Mein Samstag auf der RPC 2015

Nach allerlei Unbill bei der Anreise stand ich um 10:07 Uhr endlich in der gigantisch langen Warteschlange vor den Kölner Messehallen. Einmal im Gebäude, ging es dann schnell: Keine Schlange an der Garderobe, keine Schlange am Ticketschalter. Beim Betreten der Halle merkte man sofort: Es ist voll dieses Jahr (gegen 13:20 Uhr wurde dann auch die Notbremse gezogen und keine neuen Besucher mehr eingelassen). 

Mein erster Weg sollte mich zu Ulisses Spiele führen, um einen Platz für eine der DSA5-Spielrunden zu ergattern. Unterwegs dann noch schnell ein Autogramm von und ein Foto mit Ian Whyte eingesammelt. Neben dem Schauspieler, der bei Game of Thrones den Berg, den weissen Wanderer und den Riesen verkörpert, kam ich mir trotz meiner 1,90m winzig vor. 


Bei Ulisses habe ich dann einen Platz für 17:30 Uhr ergattert. Da bis zu meinem ersten geplanten Workshop noch gut zwei Stunden Zeit waren, bin ich erst einmal durch die Hallen gestreunert. Dabei viel mir das Fehlen einiger Aussteller auf (z.B. Maskworld und Brave New World). Dafür konnte man viele alte Bekannte treffen, den ein oder anderen Plausch halten und ein wenig einkaufen. Natürlich musste die neue Ausgabe von Cthulhus Ruf den Weg in meinen Rucksack finden. Noch ein bisschen bei Ulisses, Uhwerk, Pegasus und Mantkore gestöbert, und dann noch Autogramme von und Fotos mit Gemma Whelan (Asha Greyjoy) und Kristian Nairn (Hodor) geholten . 

Nach einem Gang über den Mittelaltermarkt (die Preise für Essen und Gertränke erreichen auf der RPC inzwischen ein unverschämtes Level) und einer kleinen Stärkung beschloss ich, mich in einen seit ca. 30 Minuten laufenden SciFi-Vortrag von Robert Vogel zu setzten, um einen Sitzplatz für den anschließenden DSA5-Workshop zu sichern. Die 30 Minuten SciFi-Kaffeefahrt ("Das kriegt ihr auch bei mir am Stand") war trotz meines nur marginalen Interesses an SciFi recht unterhaltsam. Vogel hangelt sich von Anekdote zu Anekdote und lässt keine Langeweile aufkommen.

Um 13:00 Uhr merkte ich dann drei Dinge: Erstens war es eine weise Entscheidung, frühzeitig einen Sitzplatz zu belegen, zweitens war mindestens die Hälfte der anderen Zuhörer im Raum wohl mit demselben Plan in den Vogel-Vortrag gegangen und drittens ist das Interesse an DSA5 immens. Der Raum war brechend voll und an beiden Eingängen standen auch draußen noch viele Interessierte und versuchten, dem Workshop zu folgen. 


Zu den Inhalten des DSA5-Workshops sage ich hier nichts, zu DSA5 auf der RPC wird es einen eigenen Artikel geben. Mach dem Workshop ging es dann zur Ulisses-Lounge zu "Triff die DSA-Redaktion". Auch dazu mehr im DSA5-RPC-Bericht

Um 15 Uhr hetzte ich dann zu Andre Wieslers Vampire-Workshop, der allerdings keine neuen Informationen enthielt, sofern man sich bisher bei den Updates zum Crowdfunding auf dem Laufenden gehalten hat. Mehr Infos gab es zu Ulisses und Crowdfunding allgemein: Ulisses wird Crowdfunding nur für zwei Bereiche nutzen: Deluxe-Ausgaben (wie bei Vampire) sowie unbekannte Spiele, bei denen nicht abgeschätzt werden kann, ob sie sich finanziell tragen können. Das nächste Crowdfunding beginnt in Kürze und versucht, eine deutsche Ausgabe des Steinzeit-Rollenspiels "Land of Og" zu ermöglichen.


Danach ging es in den Cthulhu-Workshop, aus dem ich zumindest mitnehmen konnte, dass Chaosium nicht erlaubt, dass Pegasus Cthulhu 7. Ed. herausbringt, bevor nicht auch Chaosiums Print-Ausgabe erschienen ist (das PDF gibt es ja schon). Ansonsten hielt sich auch hier der Nachrichtenwert in Grenzen. 

Also noch ein wenig geschlendert und geplauscht, eine "Die Dunklen Zeiten"-Box gekauft und ab zu meiner DSA5-Spielrunde. Auch dazu mehr im DSA-Bericht. 

Nach der DSA-Runde ging es dann trotz des Regens noch einmal heraus auf den Mittelaltermarkt, da gerade Jan Hegenberg auf der Bühne stand. 


Danach fand meine RPC 2015 den Abschluß auf Ulisses' Standparty, zu der alle VIVs des Vampire-Crowdfundings eingeladen worden waren. Bei leckerer Suppe, belegten Brötchen, Cola und Bier hatte man die Gelegenheit, einge andere Vampire schon vor dem Release-Party-LARP kennen zu lernen. Außerdem verfolgten wir sehr amüsiert die Karaoke-Darbietungen am benachbarten Stand von Pegasus.

Mein Fazit zur RPC fällt dieses Jahr wieder einmal gemischt aus. Wer auf Schnäppchensuche ist, wird  fündig (trotzdem ist die Spiel in Essen dafür die bessere Wahl). Wer spielen möchte, kann dies (in meist zu lauter Kulisses tun (wäre aber auf einem Con wie z.B. der FeenCon besser aufgehoben). Dafür trifft man viele Bekannte aus der Community, kann über den Mittelaltermarkt schlendern und/oder den Bands lauschen. Man kann sich auch ein wenig im Bereich des digitalen Rollenspiels umschauen, den Illustratoren über die Schultern schauen etc. Ich empfinde meinen Besuch nicht als vertane Zeit, aber die RPC wird für mich nie den Status von Essen oder FeenCon erhalten. Und ein Tag RPC reicht mir - nicht zuletzt aufgrund des einfach zu hohen Lärmpegels -  vollkommen. Und bei der nächsten RPC werde ich definitiv komplett auf Selbstversorgung umstellen, denn Essens- und Getränkepreise sind einfach jenseits von Gut und Böse.

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